Biden wirft Japan und Indien Ausländerfeindlichkeit vor

    "Sie wollen keine Einwanderer":Biden wirft Japan Ausländerfeindlichkeit vor

    |

    US-Präsident Biden irritiert mit einer Aussage über die Verbündeten Japan und Indien. Warum die Länder Probleme haben? "Weil sie ausländerfeindlich sind", erklärt Biden.

    US-Präsident Joe Biden
    US-Präsident Joe Biden hat Japan und Indien als xenophobe Länder bezeichnet, die Einwanderer nicht willkommen heißen.
    Quelle: AFP

    US-Präsident Joe Biden hat mit einer wenig schmeichelhaften Äußerung über den G7-Partner Japan das Weiße Haus in Erklärungsnot gebracht. "Wissen Sie, einer der Gründe, warum unsere Wirtschaft wächst, seid ihr und viele andere", sagte Biden bei einer Wahlkampfveranstaltung. "Weil wir Einwanderer willkommen heißen."

    Warum gerät China wirtschaftlich so sehr ins Stocken? Warum hat Japan Probleme? Warum Russland? Warum Indien? Weil sie ausländerfeindlich sind. Sie wollen keine Einwanderer.

    Joe Biden, US-Präsident

    USA haben enges Verhältnis zu Japan und Indien

    Japan ist ein Land mit verhältnismäßig geringer Zuwanderung. Die USA und Japan sind enge Partner und gehören neben Deutschland, Italien, Frankreich, Großbritannien und Kanada zu der Gruppe der führenden westlichen Industrienationen (G7). Erst im April hat Biden den japanischen Ministerpräsidenten Fumio Kishida zu einem Staatsbesuch empfangen.
    Demonstranten besetzen am 22. April 2024 in New York City ein Lager zur Unterstützung Palästinas auf dem Gelände der Columbia University.
    Wegen Protesten an US-Unis hat Joe Biden vor Antisemitismus gewarnt. Seit Tagen demonstrieren Studierende in Solidarität mit den Palästinensern und gegen das israelische Vorgehen.23.04.2024 | 0:23 min
    Auch zu Indien haben die USA ein enges Verhältnis, vergangenen Sommer war der indische Premierminister Narendra Modi als Staatsgast in Washington. Biden versucht dem Machtstreben Chinas in der Region etwas entgegenzusetzen und hat daher Partnerschaften mit anderen Ländern wie Indien forciert.

    Was meint Biden mit seiner Aussage?

    Die Sprecherin des Weißen Hauses wurde am Donnerstag nach Bidens Äußerungen von Journalistinnen und Journalisten mit Fragen dazu gelöchert, was Biden eigentlich genau habe sagen wollen.
    "Das Wort ausländerfeindlich ist ein sehr abwertendes und negatives Wort, insbesondere wenn es gegen einen Verbündeten verwendet wird. Ist es das, was er meinte?", fragte ein Journalist.
    Mexikos Präsident Lopez Obrador mit US-Außenminister Blinken und weiteren Vertretern beider Staate an einem Konferenztisch.
    Täglich flüchten tausende Migranten aus Lateinamerika zu Fuß in Richtung US-Grenze. Die Begrenzung der Einwanderung ist ein Kernthema im kommenden Präsidentschaftswahlkampf.28.12.2023 | 0:25 min

    Äußerungen Bidens allgemeinerer Natur gewesen

    Die Sprecherin antwortete: "Ich glaube, der Präsident hat sich sehr klar ausgedrückt." Daraufhin wurde sie von dem Journalisten unterbrochen: "Er hat sich nicht sehr klar ausgedrückt. Das ist der Grund, warum wir nachfragen." Die Sprecherin erklärte Bidens Äußerungen wie folgt:

    Er hat darüber gesprochen, wer wir als Land sind, richtig? Er hat darüber gesprochen, wie wichtig es ist, in einem Land von Einwanderern zu leben.

    Sprecherin des Weißen Hauses

    Das mache die USA stärker und das habe Biden vermitteln wollen. Sie betonte, dass das Verhältnis der USA zu Japan wichtig sei. "Es ist eine tiefe, dauerhafte Beziehung." Die Äußerungen Bidens bei der Wahlkampfveranstaltung seien allgemeinerer Natur gewesen.
    Quelle: dpa

    Mehr zum US-Präsidenten Joe Biden